Liebevoll

Mai 16, 2008 by Karlheinz

Am Morgen hatte ich sehr gute Laune und eine freudige Grundstimmung. Ich war voller Energie, Elan, Kraft und Freude. Ich hatte das Gefühl, das dies mein natürlicher Zustand sei und der Schatten der vorher in Form von Angst und Scham auf mir gelastet hat war weg.

Diese ängstlichen, beschämenden, peinlichen und demütigenden Gefühle hatten mich nicht mehr unter Kontrolle. Diese negativen Gefühle entspringen meinem falschen Selbstbild mit dem ich mich identifiziere.

Ich merkte auch wie schnell ich mich selbst verurteile, wie hart und  lieblos ich zu mir selbst bin, wie wenig Verständnis ich für mich selbst aufbringe und das mir die Bewertungen und Urteile der anderen Menschen wichtiger sind als mein eigener Seelenfrieden.

Eingestehen

Mai 15, 2008 by Karlheinz

E. und ich liebten uns heute wieder in der Natur. Auf dem Rückweg gestand ich ihr meine Versagensängste und die Einnahme von Viagra in der letzten Zeit, was mir sehr unangenehm und peinlich war. Sie umarmte mich voller Liebe und Mitgefühl.  Sie sagte, das sie sich wünschte, das ich hundert mal bei ihr versage, nur damit ich sehe, das sie mich liebte und das es nicht nur um Sex und Orgasmen gehe. Sie meinte, selbst mit einem entstellten Gesicht oder einer Querschnittslähmung würde sie mich noch genau so lieben. Sie sagte, das sie MICH liebe, meine Art, mein Wesen, mein Sein, meinen ganzen energetischen Ausdruck. Vielleicht sollte ich ihre Hilfe als Schamanin in Anspruch nehmen, um dieses Thema, das weit in meine Vergangenheit zurückreicht aufzuarbeiten.

Ich fühlte mich erleichtert, da ich den Mut hatte darüber zu sprechen auch wenn es mir schwer fiel.

 

Versagensängste

Mai 14, 2008 by Karlheinz

Als ich E. kennen lernte, hatte ich vor dem ersten sexuellen Zusammensein totale Panik und Versagensangst. E. ist eine sehr gesunde Frau und sexuell völlig unverkrampft und frei. Sie nimmt keine   Verhütungsmittel, so daß sich der Zyklus bei ihr völlig natürlich entfalten kann.  Ihre offene, direkte, begehrende und unverkrampfte Art auf mich sexuell zu zugehen überforderten mich. Weiterhin machte sie Anspielungen, wenn auch humorvoll, das eine Schwanzlänge von unter 20 cm sie nicht befriedige und das sie dicke Schwänze liebe. Da konnte ich nicht mithalten.

Ich bekam totale Panik, denn diese Frau war ein Traum für mich. Es durfte also beim ersten mal nichts schiefgehen. So setzte ich mich natürlich selbst unter Druck und konnte mich bei jeder sexuellen Annäherung von ihr nicht entspannen und loslassen. Ich bekam zwar einen Ständer, aber das waren Situationen die sich ganz natürlich und spontan ereigneten und wo ich das sichere Gefühl hatte, jetzt keine Leistung erbringen zu müssen. Ich zierte mich ihr gegenüber, aber dann überwand ich meine Angst und sagte ihr, was mit mir los sei. E. war daraufhin sehr erleichtert, denn sie wunderte sich schon über mein Verhalten.

Danach fuhren wir an einen stillen Ort, wo es zur ersten intimeren Annäherung kam. Mein Gott war ich nervös und aufgeregt, wie beim ersten mal. Sie war so gierig darauf, meinen Schwanz zu sehen und in ihren Mund zunehmen, das ich keine Chance hatte. Aus Scham ließ ich es aber nicht bis zum Äußersten kommen.

In drei Tagen hätte sie sturmfrei Bude, und sie lud mich ein vorbei zu kommen. Ich konnte diese Nervosität und Angst einfach nicht ablegen. Ich ging zum Arzt und holte mir Viagra. Allein dieser Besuch war für mich peinlich und beschämend. Der Arzt wollte alles ganz genau wissen und ich kam mir wie der letzte Versager vor. Er gab mir dann eine Probepackung mit. Ich war erleichtert. Nun hatte ich die Sicherheit die ich brauchte. Trotzdem hatte ich so meine bedenken, ob diese blaue Pille auch wirkt.

Sie wirkte! Aber nach mehrmaliger Anwendung in sehr geringer Dosis, hatte ich das Gefühl, darauf nicht mehr verzichten zu können, da ich jetzt glaubte das es ohne Pille nicht mehr richtig funktioniere. Ich hab mich dann zwar davon überzeugt, das es auch ohne Viagra geht, aber so ganz weg bin ich davon noch nicht. Das beste wird sein wenn ich mich mit E. ganz offen darüber austausche.

 

 

Ein schöner Tag mit E.

Mai 13, 2008 by Karlheinz

Unterwegs in der Natur, suchten wir uns einen schönen und ruhigen Platz zum verweilen. Unter einer Eiche, in der nähe eines kleinen Baches der von Bäumen umsäumt war die Schutz  vor neugierigen Blicken boten, liebten wir uns.

Ich fühlte mich als instinkthafter und nackter Tierkörper, verbunden mit der Erde und eins mit der Natur. 

Heilung

Mai 8, 2008 by Karlheinz

Ich traf heute E. Ich sagte ihr wieviel sie mir bedeute und das sie bisher der wertvollste Mensch sei, der mir in meinem Leben begegnet ist. Es gab noch keinen Menschen, der so liebevoll seine Worte an mich gerichtet hat und aus ihrer ganzen Art mich anzusehen und zu berühren spricht tiefe Zuneigung und Liebe. Ich habe das Gefühl, das sie der einzige Mensch in meinen Leben ist, der mich wahrhaftig und selbstlos liebt. Reine egolose Liebe. In ihrer Gegenwart kann sich mein Herz öffnen, ich kann atmen und fühle mich verstanden.

Dies habe ich heute in ihrer Gegenwart begriffen. Vorher konnte ich es nicht erkennen. Ich glaubte das E., genauso wie alle anderen Frauen, die ich bisher kennenlernte, von sexuellen, emotionalen und geistigen Interessen und Ursachen gesteuert wird. Ich hatte das Gefühl von ihr bedrängt, vereinnahmt und benutzt zu werden.

Langsam spüre ich  wieder mein Herz und ich vertraue mir immer mehr selbst. Die schmerzhaften Verletzungen durch andere Frauen in der Vergangenheit, verschlossen mein Herz. Ich wollte mich schützen und nie mehr fühlen. Daher meine traurige Grundstimmung und meine ängstliche Vorsicht gegenüber Verletzungen. Ich konnte keinen Menschen mehr offen und frei begegnen. Ich wollte derjenige sein der kontrolliert und dominiert, was nichts weiter als ein Schutzreflex vor Verwundungen war.

Die schicksalhafte Begegnung mit E. löste in mir einen Heilungsprozess aus.

Fernando Pessoa

Mai 7, 2008 by Karlheinz

Und aus dem Fenster gelehnt und den Tag genießend, beherrscht über dem vielfältigen Raum der Stadt nur ein einziger Gedanke meine Seele - der innere Wille zu sterben, zu enden, nicht mehr das Licht über irgendeiner Stadt zu erblicken, nicht zu denken, nicht zu fühlen, den Lauf der Sonne und der Tage wie Einwickelpapier hinter mir zu lassen und wie einen schweren Anzug neben dem großen Bett die unfreiwillige Anstrengung des Seins abzulegen.       BdU, S. 378

Fernando Pessoa

Mai 6, 2008 by Karlheinz

Ich verachte die Pracht, denn sie ist käuflich.

Die Liebe, denn sie wird zuteil.                                   RR, S. 129

Treiben lassen

Mai 5, 2008 by Karlheinz

Ich fühle mich wie ein Korken auf dem Wasser, der es den Gezeiten, Strömungen und Winden überläßt, wohin sie ihn treiben. Es ist wie ein aufgeben, sich fügen und nicht mehr kämpfen wollen. Da ist nichts mehr außer der Einsicht, daß alles so geschieht wie es geschehen soll. Ich bin mir momentan selbst gegenüber Gleichgültig. Ich fühle mich getragen und zuversichtlich.

 

 

Be-ziehung

Mai 1, 2008 by Karlheinz

Heute Morgen beim Frühstück, fragte ich meine Freundin, ob sie glaube das wir beide noch eine Paarbeziehung hätten. ” Für eine Wohngemeinschaft tauge es ,” meinte sie lapidar. Und ob es ihr was ausmache, das wir schon fast ein halbes Jahr keinen Sex mehr hätten. Es mache ihr schon was aus, aber der Sex wäre nicht so wichtig. Auf meine Nachfrage, ob es ihr den nicht wichtig sei, die Paarbindung durch Sex zu festigen und aufrecht zuerhalten, meinte sie, das dies nicht zwingend notwendig wäre.

Auf die Aussage hin, das ich noch nie das Gefühl gehabt habe, das ihr der Sex mit mir Spaß gemacht habe, sondern das es für sie immer nur ein notwendiges Übel gewesen sei mit mir zu schlafen, meinte sie, das die Art und Weise, wie ich mich ihr nähere, nicht ihren Vorstellungen von Zärtlichkeit und Romantik entspricht. Ich erwiderte, das Schuldzuweisungen überhaupt nichts bringen und ich mich nicht in meinen Verhalten verbiegen werde. Ich sagte ihr, das wir beide wohl sexuell nicht zusammen passen würden. Sie sagte nichts, aber ich glaube sie stimmte mir zu. Auch auf die Frage, warum sie den nicht von sich aus, ein einziges mal auf mich zugegangen wäre, wußte sie keine Antwort.

Ich will nicht mehr auf sie zugehen, wenn ich Lust habe. Ich habe dann das Gefühl, das sie sich nur unfreiwillig hergibt und dies alles nur über sich ergehen läßt, um mir einen Gefallen zu tun. Mittlerweile habe ich schon fünf, mehr oder weniger lange Affären gehabt, um meine Sexenergie zu leben. Ich denke die Einzige, Richtige und Passende Frau gibt es nicht für mich. Eine romantische Vorstellung, der man sein ganzes Leben hinterher jagen kann, um sich dabei selbst zu verlieren.

Laufen lassen

April 30, 2008 by Karlheinz

Seit einem halben Jahr schlafe ich schon nicht mehr mit meiner Freundin. Ich habe ihr zwar nicht gesagt das ich eine Geliebte habe, aber sie weiß es. Sie hält einfach still und läßt mich gewehren, in der Hoffnung, das sich diese Affäre irgendwann mal tot läuft. Ich habe ihr gegenüber keine Schuldgefühle. Das einzige was ich vermissen würde, wäre der Komfort, die Sicherheit und Bequemlichkeit bei einer Trennung. Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis und die Stimmung ist soweit entspannt. Von meiner Geliebten ließ ich mich nicht mehr unter Druck setzen, mich für sie entscheiden zu müssen. Ich konnte diese Ego Allüren von ihr einfach nicht mehr ertragen, seitdem haben wir ein entspannteres und leichteres Verhältnis zueinander.

Momentan interessieren mich beide Frauen nicht mehr und ich bin froh, das ich meine Ruhe habe. Heute weiß ich, das Liebe mit Sex nichts zu tun hat. Liebe kann niemals kultiviert werden. Wenn ich mein Leben so betrachte, dann wird mir klar, das ich die meiste Zeit nie gelebt habe, sondern nur dahin vegetierte. Bis auf die wenigen Augenblicke außergewöhnlicher Bewußtseinszustände in denen ich voller Liebe, Freude und Mitgefühl war. Ich liebte noch nie jemanden. Dieses Leben ist eine einzige Krankheit.